Das RhönschulTheaterEnsemble präsentierte Kaspar Hauser oder „Was hätte ich denn tun können?“

Das RhönschulTheaterEnsemble hat sich mal wieder selbst übertroffen! Unter der Leitung von G. Hoff und B. Blenk-Kluba überzeugten das Publikum die Darstellenden aus der Gruppe Darstellendes Spiel der 9G und der Theater-AG. Die Reaktionen auf die Aufführungen aus dem Publikum fielen am Donnerstag, den 11.6. und am Freitag, den 12.6.26 einhellig aus: „Beeindruckend! Anspruchsvoll! Aktuell!“, um nur einige zu nennen. „Mitunter blieb einem das Lachen im Halse stecken.“
Soziales Engagement und daraus resultierendes Ehrenamt verbindet als durchgängiges Thema in diesem Jahr verschiedene Aktivitäten an der Rhönschule miteinander. So reiht sich dieses von den beteiligten Schülerinnen und Schülern selbstentwickelte Stück an das vor vier Wochen stattfindende Schulfest.
Gespannt verfolgte das Publikum die eng miteinander verbundenen Szenen:
Ein verwahrloster Junge, den die Polizei (Theater-AG) in Anspielung auf einen Fall aus dem 19. Jh. „Kaspar Hauser“ nennt, wird von einer wohlhabenden Industriellenfamilie aufgenommen (DS 9G). Diese entpuppt sich bis auf die Mutter im Verlauf aber als eigennützig und sogar verbrecherisch. Die Vermutung steht im Raum, dass es sich bei „Kaspar“ um den verschollenen Erben des Imperiums handeln könnte.
Auch die Klassenkameraden und die jungen Leute der Stadt (Theater-AG) lassen kaum ein gutes Haar an ihm, der nicht spricht und sich nicht wehrt. Nur sein Alter nennt er, wonach er in Kürze 18 Jahre alt wird. Das ruft einen Anwalt und den ohne das Erbe mittellosen Vater der Firma auf den Plan, die samt den eigenen Kindern der Familie versuchen, den vermeintlichen „Erstgeborenen“ loszuwerden.
Letztendlich wird er, angefeuert durch eine Journalistin (Theater-AG), von einer sensationsgierigen Meute vor ein Auto gehetzt und schwerverletzt in eine Klinik eingeliefert, wo er um sein Leben kämpft.
Das Publikum stellte sich abschließend die Frage: Hat sich der vom Vater der Industriellenfamilie bestochene Klinikleiter gegen den Widerstand einer Ärztin und Pflegerin (DS 9G) tatsächlich am Tod des Jungen schuldig gemacht?
Dem Publikum kommentierend zur Seite standen zwei Zeitungsleser, die mithilfe von Presseartikeln Sachverhalte einordnen halfen, denn „Kaspar“ selber tauchte in keiner Szene als Figur auf.
Umrahmt wurde die Aufführung von zwei Grabszenen, bei der eine Pfarrerin (Theater-AG) ALLEN, die sich am Tod des Jungen schuldig gemacht hatten, ins Gewissen redete. Stimmungsvoll untermalt wurden sie durch Orgel und Klavier, gespielt von einem der Schauspieler aus der 9G.
Auch das Publikum wurde in die Pflicht genommen: „Warum hast DU dich nicht für diesen Jungen eingesetzt und ihm geholfen?“
In Szene gesetzt durch Licht und Ton von der Technik-AG unter der Leitung von D. Bott gelang so eine Mahnung an uns alle, mehr aufeinander zu achten.

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