Dem Biber auf der Spur – Drei Tage Naturkunde hautnah

Nasse Schuhe, leuchtende Augen und jede Menge Entdeckungen – so lässt sich die diesjährige Projektwoche der Klassen 5 bis 7 an der Rhönschule Gersfeld in einem Satz zusammenfassen. Drei Tage lang erkundeten unsere Schülerinnen und Schüler die Welt des Europäischen Bibers – eines der faszinierendsten Wildtiere der Rhön.

Ein Projekt, das Wissen und Erleben verbindet
Vom Klassenzimmer direkt ins Revier: Das war das Leitprinzip dieser besonderen Projekttage. An drei Schultagen tauchten die gemischten Gruppen aus Gymnasium, Förderstufe und Hauptschule gemeinsam in die Welt des Bibers ein – vom Steckbrief bis zur echten Spurensuche im Gelände.
Der erste Tag begann mit einem Einstiegsvortrag der begleitenden Lehrerin, bevor es direkt an die Forschungsstation ging: Echte Schädel des Bibers, ein Schädel der Bisamratte, dem häufigsten Verwechslungstier als Vergleich sowie ein präpariertes Biberfell lagen zum Anfassen und Untersuchen bereit. Die Unterschiede zwischen beiden Tieren wurden so vom abstrakten Lehrbuchinhalt zu einem handfesten Erlebnis. Infomaterialien aus den Beständen der früheren GWV Fulda zeigte ergänzend, wie sich die Biberpopulation in unserer Region über Jahrzehnte verändert hat.

Starke Partner: NABU und Biosphärenreservat Rhön
Das Herzstück des Projekts war die enge Zusammenarbeit mit dem NABU und dem Biosphärenreservat Rhön.
Am zweiten Projekttag – beim Besuch des ersten Biberreviers – begleitete uns eine Referentin des NABU direkt vor Ort. Sie erläuterte nicht nur die Arbeit des NABU im Bereich Biberschutz und Bestandsmonitoring, sondern zeigte den Schülerinnen und Schülern auch ganz konkret, welche baulichen Schutzmaßnahmen die Stadt Gersfeld bereits für den Biber umgesetzt hat. Das machte deutlich, wie eng Naturschutz, kommunales Engagement und ehrenamtliche Arbeit in unserer Region ineinandergreifen – und wie viel bereits getan wird, damit der Biber in der Rhön eine Heimat hat.
Das Biosphärenreservat Rhön lieferte den idealen Rahmen für das gesamte Projekt und steht exemplarisch für den Gedanken, den die Schülerinnen und Schüler über diese drei Tage verinnerlicht haben: Natur schützen und Natur verstehen gehören zusammen. Zwei Biberreviere in der unmittelbaren Umgebung Gersfelds konnten besucht und miteinander verglichen werden – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie lebendig das Biosphärenreservat als Lebensraum ist.

Naturschutz selbst erleben – Baumschutz und Videoaufnahmen
Ebenfalls am zweiten Tag brachten die Gruppen gemeinsam Baumschutzgitter an gefährdeten Bäumen im Revier an – eine echte Schutzmaßnahme, kein Schulexperiment.
Naturschutz nicht nur lernen, sondern selbst in die Hand nehmen: Das hat bei vielen Schülerinnen und Schülern sichtbar etwas bewegt.
Für zusätzliche Spannung sorgte eine Videoaufnahme des Bibers, die abends durch Zufall erstellt werden konnte.

Gemeinschaft über Schulformen hinaus
Die Klassen 5 bis 7 arbeiteten in bewusst gemischten Gruppen zusammen – Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, Schülerinnen und Schüler der Förderstufe sowie Hauptschülerinnen und Hauptschüler Seite an Seite. Jede Gruppe übernahm feste Rollen: Fotograf, Protokollant, Spurenleser, Kartierer, Sprecher.
Unterschiedliche Stärken wurden so zu einem gemeinsamen Ergebnis – einer Präsentation, die am letzten Tag den Gästen (Schülerinnen und Schülern der 2. und 3. Klasse) aus der Otto Lilienthal Schule Gersfeld präsentiert wurde.

Ein Dankeschön
Die Rhönschule Gersfeld dankt herzlich der NABU-Referentin für die engagierte Begleitung im Gelände und die anschaulichen Einblicke in die Naturschutzarbeit vor Ort sowie dem Biosphärenreservat Rhön – im besonderen Joachim Jenrich für die Bereitstellung der Schädel sowie des Fells.
Ein besonderer Dank gilt auch der Stadt Gersfeld, deren bauliche Schutzmaßnahmen für den Biber unseren Schülerinnen und Schülern gezeigt haben, dass Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür beginnt.
Die Natur der Rhön kennen, erleben und schützen lernen: Das ist Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie sie besser kaum gelingen kann.

Inga Heller

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