Liebe Marlene, zunächst ein paar Worte zu deinem Werdegang:
● Studium der Fächer Französisch und Russisch für Lehramt Gym
in Göttingen von 1982 – 1989 mit einem Auslandsjahr in Frankreich als
„assistante d`allemand am Lycée Jean Macé (in Rennes in der Bretagne)
● Nicht gleich ins Referendariat gestürzt, sondern zunächst ein halbes
Jahr in der Bibliothek in Göttingen gejobbt und dieses halbe Jahr
intensiv genutzt für die Kontaktpflege und damit gleichzeitig und
vorausschauend gedacht, so dass Freundschaftskontakte entstanden
sind, die bis heute aufrecht erhalten werden konnten und auch heute
z. T. noch existieren und weiter gepflegt werden.
● Dann schloss sich das Referendariat in Kassel von 1990 – 1992 an.
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● Im Anschluss ergab sich leider nicht gleich die Aussicht auf eine
Planstelle, da es in diesen berühmten „Boomer-Jahren“ eine Über-
besetzung gab und der Stellenmarkt sehr dicht gedrängt war
● Deshalb arbeitete Marlene von 1992-1995 im Bereich DAZ (Aussiedler
für Erwachsene) und studierte nebenbei ihr 3. Fach Englisch in Kassel
● Als Folge gab es dann fast gleichzeitig 3 oder 4 Stellenangebote aus
östlichen Bundesländern und ein Stellenangebot an die Rhönschule in
Gersfeld
● Marlene hat sich daraufhin Gersfeld und die Schule angeschaut:
die idyllische Landschaft der Rhön mit den grasenden Kühen direkt an
der Schule sowie die Lage der Rhönschule mitten in der Natur hatte
für Marlene so etwas von Urlaubsregion, dann das ländliche Einzugs-
gebiet und der Gesamteindruck von der Schule nach ersten Blicken in
die Klassenzimmer – das hat Marlene überzeugt und sie hat sich
schließlich für die Gesamtschule in Gersfeld entschieden.
→ Allerdings wurde ihr die klare Auflage gemacht, dass sie dann auch
erst einmal in Gersfeld bleiben müsse, da zuvor bereits mehrere Lehr-
kräfte mit Franz. abgesprungen waren.
► Französisch wurde zu der Zeit von Herrn Lotter von der FvS Fulda
abgedeckt, dessen Pensionierung sich aber allmählich abzeichnete
● Somit wurde Marlene am 13.11.1995 zur Studienrätin zur Anstellung
ernannt (RP in Kassel) mit den Fächern Eng, Franz, Rus
→ Da Herr Lotter allerdings zu diesem Zeitpunkt noch da war, wurde
Marlene zunächst mit voller Stelle an die KAS Fulda abgeordnet
► Verfügung des SSA Fulda mit einer vollen Abordnung an
die Konrad-Adenauer-Schule Fulda (verfügt von Harengel) und
davon noch 3 Wochenstd. an die RMS Fulda
(wg. des Oberstufeneinsatzes im Fach Englisch + U-Besuch)
● Ab dem Folgeschuljahr 1996/97 wurde Marlene dann endgültig
an der Rhönschule Gersfeld eingesetzt, da Herr Lotter im Sommer
1996 pensioniert wurde. Sie trat ihre Stelle damals unter der Regie
des damaligen Schulleiters Hans-Ludwig Mischitz an.
► Marlene konnte sich gut in der Rhönschule einleben und konnte
zumindest das erste ¾ Jahr genießen bis ab 01. Mai 1997
ein dubioser Referendar / LIV an die Schule kam, der heute als
Schulleiter vor euch steht (solange gehen wir schon gemeinsame
Wege an der Rhönschule, liebe Marlene).
● Mit Wirkung vom 13. Mai 1997 Berufung in das Beamtenverhältnis auf
Lebenszeit; Übertragung des Amtes einer Studienrätin an der
Rhönschule in Gersfeld (verfügt vom RP Kassel)
● am 21.08.1998 Geburt des ersten Sohnes Jan;
Gewährung von Erziehungsurlaub vom 17.10.1998 – 31.07.2001
● zweiter Sohn Arne erblickte am 15.12.2002 das Licht der Welt,
schloss sich dann eine Elternzeit bis Dezember 2005 an,
noch einmal verlängert bis Juli 2006 (Urlaub ohne Besoldung)
● Wiedereinstieg zum Schuljahr 2006 / 07 mit halber Stelle (Mischitz)
● Teilzeitbeschäftigung bis heute, da Marlene als überzeugter und
authentischer Familienmensch die Familie stets wichtig war u. ist
u. ihre beiden Jungs mit Sicherheit einen sehr hohen Stellenwert
in ihrem Leben haben. Und das ist auch gut so, Marlene!
● Im Juni 2019 durfte Marlene dann ihr 25-jähriges Dienstjubiläum hier
an der Rhönschule feiern (einige von euch werden sich noch daran
erinnern) und als Bonbon zum Dienstjubiläum wurde Marlene im
Folgeschuljahr (19/20) 1 Jahr an die Winfriedschule versetzt, da wir zu
der Zeit deutlichen Lehrkräfte-Überhang hatten.
→ Marlene konnte dann 1 Jahr lang regelmäßig mit dem Rad zur
Schule fahren, was in Gersfeld nur etwas erschwerter und bei
höherem Zeitaufwand möglich ist.
● Sie kehrte dann aber im Folgeschuljahr 2020/21 bis heute wieder an
„ihre gute alte“ Rhönschule zurück.
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In unserem Vorbereitungsgespräch haben wir auch darüber gesprochen, was Marlene besonders an der Rhönschule geschätzt hat?
► viele nette SuS und das ländliche Einzugsgebiet
► nettes Kollegium mit einer großen Hilfsbereitschaft, einem gelebten
Team-Spirit und einer Offenheit gegenüber den Kolleginnen und
Kollegen
► schöne Lage in der idyllischen Rhön
► gut funktionierende Fahrgemeinschaften
► bis auf eine vorübergehende Prilop-Delle sei sie auf Schulleiter
gestoßen, die berechenbar waren, ein offenes Ohr hatten,
Stundenplanwünsche berücksichtigt haben und stets viel Rücksicht
und Verständnis für die Lehrkräfte gezeigt haben
Marlenes Prinzipien und Ansprüche mit Blick auf Schule und Unterricht waren:
► Jeden SuS nehmen und annehmen, wie er ist.
► Fairness war für sie ein wichtiger Aspekt
► stets Trennung von Mensch und Leistung
► schülerorientiert und durchaus streng + Erziehungsauftrag stets sehr ernst genommen, empfindliche Antennen für unschöne oder grenzüberschreitende
Kommentare, keineswegs ignoriert wurden
► bemüht, immer guten Unterricht zu machen
(nie unvorbereitet vor die Klasse getreten)
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Liebe Marlene,
es gibt Menschen, deren Gegenwart einen Raum augenblicklich wärmer macht. Du, liebe Marlene, bist genauso ein Mensch.
Wenn wir heute hier zusammenkommen, um dich in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden, tun wir das mit einem lachenden und einem weinenden Auge – ganz so, wie es deiner eigenen, wunderbaren Lebenseinstellung entspricht.
Innerhalb unserer Fachschaften Englisch und Französisch hinterlässt du eine große Lücke. Wir alle schätzen dich als kompetente Fachfrau.
Ob komplexe Grammatikfragen oder die Vermittlung von Sprachgefühl –
du hast deine Dienstpflichten stets mit einer beeindruckenden Gewissen-haftigkeit und absoluten Zuverlässigkeit erfüllt – ob als Fachlehrerin in den beiden Fächern Englisch und Französisch oder als zuverlässige oder engagierte Klassenlehrerin mit hoher Erziehungs- und Führungs-verantwortung für deine Klassen.
Für deine Schülerinnen und Schüler warst du stets eine zuverlässige Richtschnur. Im Unterricht warst du so klar und konsequent wie die französische Grammatik. Ausnahmen von der Regel gab es bei dir nur selten, und deine Linie war stets verlässlich.
Du hast uns und Generationen von Schülern bewiesen, dass man konsequent erziehen und trotzdem ein großes Herz haben kann. Ein klarer Kompass gepaart mit einer großen Portion Fürsorge.
Du kannst hier an der Rhönschule auf viele Jahrgänge von Lernenden, zurückblicken, denen du mit viel Idealismus, Gewissenhaftigkeit und Herzblut die Fremdsprachen nahegebracht hast. Etliche Klassen, die du als Klassenleitung verantwortungsvoll auf ihrem Weg begleitet hast, Klassenfahrten und Austauschfahrten, die du mitorganisiert und durchgeführt hast und vieles mehr, was du in den Fachbereichen Englisch und Französisch mitgestaltet und mitorganisiert hast.
Aber weit über deine fachliche Kompetenz hinaus bist du für uns vor allem als Mensch im Kollegium eine immense Bereicherung gewesen. Wir kennen und schätzen dich als eine sehr angenehme, warmherzige und – im besten und positivsten Sinne – zurückhaltende Kollegin. Du drängst dich nie in den Vordergrund, aber du bist immer da, wenn man dich braucht!
Du bist die Kollegin, die aufmerksam zuhört. Eine sehr einfühlsame und ausgeglichene Gesprächspartnerin, bei der man sich stets verstanden und geborgen gefühlt hat. Deine Empathie ist ein Geschenk für diese Schule gewesen. Marlene hat sich immer für das menschliche Gegen-über ernsthaft interessiert. Deine herzliche Anteilnahme am Schicksal anderer wird uns ab dem nächsten Schuljahr sicher fehlen.
Was mich – und uns alle – ganz besonders an dir fasziniert und berührt, ist deine Lebenshaltung. Wir wissen, dass dein Weg nicht immer leicht war. Du musstest dunkle Wolken an deinem Himmel vorbeiziehen lassen, hast einen schweren Verlust ertragen und trägst auch heute noch gewisse familiäre Belastungen im Herzen.
Und trotz all dieser Stürme hast du dir etwas ganz Kostbares bewahrt: Deine Offenheit, deine Ehrlichkeit, deine Menschen-Zugewandtheit und deinen wunderbaren, lebensbejahenden Humor. Marlene lacht einfach gerne – das ist schön und tut gut!
Du freust dich über humorvolle Anmerkungen und bereicherst unseren Alltag oft mit deinem eigenen, feinen Witz. Diese Stärke und diese Lebensfreude sind zutiefst bewundernswert. Du zeigst uns, dass man dem Leben auch dann mit einem Lächeln begegnen kann, wenn es einen fordert. Behalte dies bitte unbedingt bei.
Ab morgen wird das, worüber sich SuS immer gefreut haben, auch für dich zur Realität: keine Vokabeltests mehr, kein Fremdsprachenunter-richt mehr, keine Arbeiten mehr, „no homework“ und „devoir et lisez le texte“
und der Wecker wird so eingestellt, wann du willst oder ganz abgestellt.
„C’est la vie!“ und „Nice to have“.
Möge das Leben ab jetzt viele schöne, leichte und unbeschwerte Momente für dich bereithalten.
Du weißt ja: „Der Ruhestand ist wie die große Pause – nur viel, viel länger und man muss danach nicht mehr ins Klassenzimmer zurück!“
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Aber Langeweile wirst du wohl keine kriegen…schon eifrig für den Ruhestand geplant…
Planungen für den Ruhestand:
► Bereits ab dem 28. Juni 2026 begibt sich Marlene auf eine geführte
Wanderung durch das Berchtesgardener Land.
► Im September steht dann bereits eine einwöchige Alpenüberquerung
von Tegernsee nach Sterzing ebenfalls als geführte Wanderung mit
Gepäcktransport an.
► Da Marlene schon immer gerne und regelmäßig Fahrrad gefahren ist
und bald die Gersfeld-Touren zur Schule wegfallen, plant sie dem-
nächst, ihren Einkauf nach Dipperz zu verlegen und diese Strecke
mit dem Fahrrad in Angriff zu nehmen (u. wird dann gleichzeitig auch
noch bei Krämers im Garten nach dem Rechten schauen).
► Im Herbst sind dann noch 10 Tage nach Föhr („Rövers Familieninsel“)
mit den Jungs und ebenfalls Fahrrädern geplant.
► Wichtig für Marlene ist, dass sie weiterhin ihre Kontakte im In- und
Ausland pflegen kann (u. a. nach Berlin, Bremen, Rostock, Bonn,
aber auch Kanada und Frankreich (einer der Kontakte, der noch aus
der Assistenzzeit in Frankreich während des Studiums entstanden ist)
► Dann gibt es da noch ein Wochenendhaus der Schwester am Rupiner
See, (nordwestl. von Berlin), das sich auf Marlenes Besuch freut.
► Marlene bleibt musikalisch aktiv im Chor „Voice Control“ in Pilgerzell,
körperlich aktiv in ihrer Yoga-Gruppe und freut sich auf freie Phasen
zum Lesen.
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Liebe Marlene,
ich wünsche dir noch viele gesunde Jahre und viel Lebensfreude und sage aus vollem Herzen und mit voller Überzeugung „Danke für alles und Danke, dass du unser Kollegium als Mensch und geschätzte Kollegin bereichert hast!“.
Und ich sag´s ganz persönlich: Danke, dass ich dich als Mensch kennenlernen und doch relativ lange (Mai 1997) begleiten und erleben durfte und so manch angenehmes Gespräch mit dir führen konnte!
Und gelacht haben wir auch immer gerne zusammen und in vielen Jahren auch noch im Dreierpack mit Martin Hansen.
Liebe Marlene, das gesamte Kollegium sagt heute Danke. Danke für deine Kollegialität, deine klare Haltung, dein offenes Ohr im Lehrer-zimmer und deinen stets zuverlässigen und professionellen Einsatz.
Für deine schulfreie Zeit wünschen wir dir genau die richtige Mischung: französische Lebenskunst – das Savoir-vivre – und die britische Gelassenheit, um jeden Tag ohne Wecker zu genießen.
Alles Gute für deinen wohlverdienten Ruhestand! Merci beaucoup, and all the very best!
Schließen darf ich mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupery:
„On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible pour les yeux.“
(„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen
unsichtbar.“)
Dieses Zitat finde ich für unsere Marlene sehr treffend: Eine sehr empathische Lehrerin, die immer das Herz am rechten Fleck hatte und den Blick auf das Gute in ihren Mitmenschen richtete.
Das verdient Respekt, Hochachtung und einen dicken Applaus!!!

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